GEISTER - Fragment

23 nov 2018

GEISTER – Fragment ist der Beginn einer länger angelegten Recherche und Serie von Arbeiten, die das Verhältnis von Tanz, bildender Kunst, Musik und Digitalität als künstlerische Materialien untersuchen. Inhaltlich möchte ich mich in diesen Serien von Arbeiten gemeinsam mit unterschiedlichsten KünstlerInnen aus den Bereichen Musik, Licht-, Raum- und Modedesign aber auch WissenschaftlerInnen und ExpertInnen für neue digitale Technologien, mit den dualistischen Erscheinungen von Geistern beschäftigen: Geister der Vergangenheit und Geister der Zukunft, Geister der Unterwelt, des Bewusst- und Unterbewusstseins und Geister der Realität, Geister der Natur und Geister der Surrealität und Virtualität. Der Begriff „Geister” meint dabei den Geist im Sinne von etwas Immateriellem, Flüchtigem. Der Geist als Antrieb der Materie, als Kreateur all der flüchtigen Dinge wie Gedanken, Worte, Atmosphären, Bewegungen, Energie, Klang und surrealer Welten. Der Geist im Gegensatz zum Fleisch als die ureigenste Materie der menschlichen Existenz. In dieser Auseinandersetzung treiben mich Fragen um wie: Kann man Räume schaffen, in denen Energien spürbar werden? Kann man Atmosphären choreographieren? Atmosphären, in denen ich mich vergesse? Mich verliebe? In welchem Verhältnis stehen diese Atmosphären zu digitalen Räumen? Was passiert mit meinem Körper, wenn ich permanent online bin? Was passiert mit dem Bewusstsein? Gibt es eine fruchtbare Verbindung von Mensch und Maschine? Welche Geister der Vergangenheit verfolgen uns in diesem Kontext? Wie beeinflussen sie uns? Wie können wir damit arbeiten? Leben? Welche Geister der Zukunft verfolgen uns? Wie bedingen diese unser alltägliches Handeln?

GEISTER – Fragment ist ein erster Versuch, eine erste Annäherung an diese Fragestellungen – mit keinem Anspruch auf Vollständigkeit. Ein offener Versuch, eine Richtung anzuzeigen oder auszuprobieren. Ein neuer Versuch, das Verhältnis von Erleben und Beleben, von Sender und Empfänger zu durchmischen. Ein Versuch das Körper-Geist-Verhältnis und alles dazwischen zu verwirren, zu stärken und zu verführen. Mit diesem ersten Versuch werden wir mit fünf TänzerInnen in den Kunstraum Düsseldorf einziehen und vor Ort begehbare Räume kreieren, die endlos sind – endlos real, surreal und virtuell – mit monochromen Bildern, flüchtigen Körper/Licht/Klang/Wort-Skulpturen, voller Handlungen, Fake-Identitäten und Ritualen für ein Morgen. Voller Erleben und Beleben. Sinn und Unsinn.

Nach dem Kunstraum Düsseldorf möchte ich mit der Serie durch verschiedene Institutionen wandern: vom Kunstraum ins Museum, ins Theater, in eine Galerie, in die Natur, in den öffentlichen Raum und immer auch irgendwohin zurück. Dabei können die Formate der Arbeiten sehr unterschiedlich sein, von immersiv bis hin zu klassischen Bühnenformaten. Von einer Installation zu einer Performance, vom Tanz zum Musiktheater und vor allem alles dazwischen. Es ist auch denkbar, dass eine Arbeit in einem Ort entsteht und in einem ganz anderen Ort weiter entwickelt wird bzw. der bestehenden Ökonomie des Raumes – der Institution – entsprechend umgedacht wird. Wir werden sehen.

Choreographie: Ben J. Riepe
Choreographische Assistenz: Daniel Ernesto Mueller
Performance: Aaron Samuel Davis, Alejandro Russo, Eray Gülay, Simon Hartmann, Tyshea Suggs
Bühne / Kostüm: Ben J. Riepe, Gwen Wieczorek
Kostümfertigung: Charlotte Grewer
Sound: Misagh Azimi
Produktionsleitung: Suse Berthold
Technik: Philipp Zander
Gesangstraining: Carolina Rüegg
Bewegungstraining: Takao Baba
Organisation: Izaskun Abrego
Kommunikation: Till Freese
Redaktion: Bianca Bachmann
Foto: Ben J. Riepe

GEISTER – Fragment ist eine Produktion von Ben J. Riepe im Rahmen der „die digitale dusseldorf”, Festival für digitale Kunst und Musik. Gefördert durch die Kunststiftung NRW, das Ministerium für Kultur und Wissenschaft des Landes NRW, den Fonds Darstellende Künste, das Kulturamt der Landeshauptstadt Düsseldorf und die Kunst- und Kulturstiftung der Stadtsparkasse Düsseldorf.

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